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Spirituelle Texte & Gebete

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Wiehnachte anderschume (von Florian Piller)

D’Wiehnachtsgschicht ghöred’mer immer immer nume us einere Perspektive; us de Sicht vo de Mensche. Chered mer doch de Blickwinkel emal um und losed, wies vor über 2000 Jahr im Himmel zue und her gange isch.

D’Mensche sind sehr unzfriede gsi mit Gott. Sie händ Gott so vieli Mal um Hilf bätte, und nüd isch passiert.

Biigewiis Gsuech liged im himmlische Beschwerdeamt unerlediget umenand und de Beschwerde-Chef, de Stagnatius, schlaat wider emal d’Händ überem Chopf zäme: „Immer meh und no meh, mir chönnt das da obe nümme bewältige.“

„Ja, ja d’Mänschheit isch sowiso nümme z’Rette“, seit de Hiob.

„Ich chann doch nöd in Lauf vo de Wälteziit igrife“, seit dänn Gott amigs, „au wänn das Mänsche no so gern hätte. Ich han inne d’Freiheit und de freii Wille gschänkt.“

Doch de Jesaja laat nöd lugg: Ich han doch scho vor langer Ziit profezeit, dass Du d‘Mänsche nöd im stich lasch“.

„Fake-News-fake-News!“ rüeft de Profet Jona underem Rizinusstruch füre, „und dänn stasch mit abgsagete Hose da, will alles anders chunnt, als profezeit häsch.“

De Noa brummlet in sind Bart: „Vielecht bruuchts mal wiedr es richtigs „tabula rasa“ und en Neuafang.“

„Gahts no, rüeft d’Mirijam, d‘Wält bruucht nur meh Music und Tanz“

„Das liit am patrialchale System“, meint d‘Eva ganz bedächtig.

Aber Gott unterbricht die Diskussion und verchündet mit feschter Stimm: „Die Heilig Geischtchraft und mir händ beschlosse, mer mache uf de Erde en Filiale uuf - min Sohn söll d‘Leitug vo dere Filiale übernäh.“

Alli lueget verwunderet in d’Rundi

„Au ja, das git en mega Event“, rüeft uf eimal de Josua, „mit vill Werbig und enere grosse Eröffnigs-Party.“

De Abraham ergänzt mit eme Lächle: „Mit Heerschare im Dienscht vo sinere Maiestät.“ Sara lachet im Hintergrund: „Es langet auch 3 Ängel wie für de Charly“

De König David ergänzt: „Aber mit Harfe und Trompete.“

„Nei, ich dänke das mümer gang lieslig und fasch unbemerkt etabliere.“ Isch d’Antwort vo Gott.

„Und wie um himmels Wille söll das gah?“ fröged d’Ruth

Min Sohn nimmt ihri eigeni Gstalt a und läbt mite under ine.

Schwirig – schwirig, brummlet de Moses.

Alli lueget spannt.

„Die Heilig Geischtchraft wird scho e passendi Lösig finde,“ schmunzlet Gott.

„Aber dänn wird’s wenigschtens ä moderni Filiale, gross, luxuriös mit‘ere Selbstbedienigsabteilig!“ proteschtiert der Profet Elia.

„Zg-zg - Nei, nei, au das wär viel z‘ufällig - ich glaube es langet e chlini Hütte oder en Stall.“

D’Ängel, wo sich inzwüsche au alli versammlet händ, lueged enand beträte a - ä so öppis - ä göttlichi Filiale eröffne und niemer gaht hi.

Churz drufabe, Mitte i de Nacht, isch di göttlichi Filiale erlöffnet worde, so eifach und unschiinbar wies Gott plant gha händ.

Unbemerkt aber, macht sich es Heerschaar vo Ängel verstolle devo mit em Zielpunk Erde.

Allne Mänsche, wo si begägnet, flüschteret si ganz lislig is Ohr:  

„Ehre sei Gott in der Tiefe, mir händ e Filiale eröffnet – folget em Stern.“

Einigi uns der Ängelschar häd sich über dem schäbige Stall versammlet, wo sich Gott als erschti Filiale uusgsuecht hät. Ihri wiisse Gwänder händ afange lüchte und funkle, so, dass es usgseh hät, wie nen grosse Stern.

De chlii Ängel Owi lacht und flüschtered: ¨“Stilli Nacht – heiligi Nacht.“

Nöd nur im Himmel obe hät me verstande: Gott isch immer andersch als wie mir mit im wänd rächne - Gottes erschti Filiale uf de Erde isch de Mänsch. Mer chönnt euis bewchwere über was au immer, d’Antwort liit immer im  „Mänsch zu Mänsch“– Wiehnachte isch dänn, wenn Mänsche sich als Mänsche begägnet, ganz eifach und unschinbar.
…. Und Wiehnachte bedütet au: Weniger isch meh...

Hanna Strack

Feministische Theologie

Max Feigenwinter

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