Texte und Gedanken in unserer Zeit

8. April 2020

(Gastbeitrag von Claudia Graf)

Palmsonntag...anders als sonst

Meine Palme steht im Garten, sie sieht anders aus als sonst. Aus dem Wald geholt ein Paar Zweige, zusammengebunden um einen Palmenbaum-Stab. Doch nicht weniger wichtig ist meine Palme, gerade jetzt, umso wichtiger. Sie ist anders als sonst, Ja. Gesegnet mit lieben und guten Worten aus dem Segensspruch. Mit liebe ausgeführt, und voller Dankbarkeit, diese Arbeit doch tun zu dürfen. Anders als sonst.

Meine Palme soll Zeichen dafür sein, für alle die bei uns vorbeiziehen, zu Fuss, mit dem Rad oder Bike, den Rollschuhen, wie auch immer, jeder/jede soll gesegnet sein in diesen für uns andere Tage. Meine Palme ist nicht so schön, statt schöne Frühlingsbänder zieren meine Palme Weihnachtsbänder, aber vielleicht oder gerade deswegen, richtig?

Jesus wird geboren, sein Lebensweg ist mit Freude, Liebe, Freundschaft, Sehnsucht, Hoffnung, Zuversicht, Zweifel, Verzweiflung, Angst, Schmerz und schlussendlich mit dem Tod verbunden. Weihnachten, Karfreitag und Ostern, stehen somit für mich im Zusammenhang. Das eine gibt es nicht ohne das andere. Am Ende steht für mich meine Palme für einen Neuanfang, für eine neue Geburt im Glauben, in der Sehnsucht, in der Liebe und Vertrauen in Gott und Jesus Christus. Seine Liebe geht durch alle Wege von Anfang an bis zum Ende und wieder zum Anfang. Palmsonntag, Weihnachten, und Ostern. Heute und Morgen anders. Anders als sonst.

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7. April 2020

(Gastbeitrag von Katharina Zenhäusern)

Als ich heute den Blumenkranz gebunden habe, dachte ich an diese schöne Zeilen aus dem Hohen Lied:
„Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, komm her!
Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist dahin.
Die Blumen sind herfürkommen, der Lenz ist herbeikommen
und die Turteltaub lässet sich hören in unserem Lande.“ (Hohelied 2, 10-12)

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6. April 2020

(Gastbeitrag von Martina Loechle)

Der Mensch - wie ein guter Baum

Ein Baum ist schön und wie ein Zeichen.
Wir Menschen können Bäumen gleichen.
Die Wurzeln greifen tief nach innen,
um Halt im Erdreich zu gewinnen.
Sie trotzen jedem Wind und Wetter
und tragen Stamm,Geäst und Blätter.
Wenn wir miteinander verbunden leben
dann können wir uns Halt und Stärke geben.
Ein Baum am Wasser kann gedeihen,
hat frisches, grünes Laub zum Freuen.
Er blüht und öffnet sich dem Lichte
und bringt zu seiner Zeit viel Früchte.
Wenn wir mit Jesus verbunden leben,
wenn wir ihm folgen nach,
wird er uns Frucht und Freude geben.
Ein Baum ist wie ein Zeichen.
Wir Menschen können Bäumen gleichen.
(Verfasser unbekannt)

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5. April 2020

(Gastbeitrag von Erika Bussinger)

Psalm 27 nach Adrian Wiili

Du hast gesagt: Ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.
Danach verlangt mich jetzt am meisten.
Du hast gesagt: Euer Vater im Himmel weiss, was ihr braucht.
Danach verlangt mich jetzt am meisten.
Du hast gesagt: Suchet, und ihr werdet finden.
Danach verlangt mich am meisten.
Du hast gesagt: Zur rechten Zeit wird Gott euch das rechte Wort geben.
Danach verlangt mich jetzt am meisten.
Du hast gesagt: Ich bin bei euch bis zum Ende der Welt.
Danach verlangt mich am meisten.
Nur eines erbitte ich vom Herrn, danach verlangt mich:
Im Hause des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens.

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4. April 2020

(Beitrag von Linda Gaeta)

Einladung zum Leben

Wenn Gott
sein Zelt
unter den Menschen
aufschlägt

dann kann man
fast sicher sein
dass er kein
Haus wollte

dann kann man
fast sicher sein
dass der Weg
durch Wüsten geht

dann kann man
fast sicher sein
dass das Leben
zum Abenteuer wird

dann kann man
fast sicher sein
dass Leben in Fülle
gemeint ist

Er wartet
auf Antwort

Andrea Schwarz

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3. April 2020

(Beitrag von Florian Piller)

VERTRAUEN
Ich geh' in mein Vertrauen,
den wunderbaren Raum,
den Deine liebenden Hände mir öffnen.

Im Vertrauen brauche ich keine Gedanken -
Vertrauen ist das Öffnen für Gnade -
Vertrauen ist das Glauben an Güte -
Vertrauen schenkt mir nicht fassbare Gewissheiten.

Ich geh' in mein Vertrauen,
und lebe in ihm.
Im Vertrauen weiß ich um mein Geführtsein
und spüre die immerwährende Gegenwart Gottes.

Ich geh' in mein Vertrauen -
Ich bin im Vertrauen -
Ich bleibe in unserem Vertrauen!

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2. April 2020

(Gastbeitrag von Martina Loechle, Magden)

Psalm 121

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.

Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt vom Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.

Siehe, der Hüter Israels schläft
und schlummert nicht.

Der Herr behütet dich;
der Herr ist dein Schatten
über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.

Der Herr behüte dich vor allem Übel,
er behüte deine Seele.

Der Herr behütet deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit!

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31. März 2020

(Gastbeitrag von Erika Bussinger, Rheinfelden)

Hoffnung

Hoffnung für uns
täglich säen wir Samen aus
für Bäume des Himmels
darin unsere Träume nisten

die Vögel fliegen auf
aus ihren Zweigen
sieh doch— die Luft trägt!

Täglich säen wir neue Samen
für einen ganzen Wald
Hoffnung

Hilde Domin

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30. März 2020

(Beitrag von Linda Gaeta)

Der Einfachheit des Lebens
Ehre erweisen
dem Kleinen
Unscheinbaren
Alltäglichen
Aufmerksamkeit schenken

In Beziehung treten mit dem Leben
Berührungsängste überwinden
auf den Zwischenraum achten
damit echte Begegnung möglich ist.

In sich selber
das Kleine in die Mitte stellen
es kraftvoll in den Armen hochhalten
das Spielerische im Leben neu entdecken
in die Schwingung des Lebens mich einlassen
im Dasein
im Zuhören
im Mitsein

Das Wahre in jedem Menschen entdecken
einmalig
geheimnisvoll
verletzlich
verwandlungsfähig.

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29. März 2020

(Gastbeitrag von Brigitte Denk)

Neulich habe ich diesen kurzen Text in der Zeitung entdeckt:

Immer die gegenwärtige Stunde ist Gottes Stunde.
Das ist das Stück Ewigkeit und das Stück Chaos,
das um Gestaltung ringt - in dir - durch dich.

Gottfried Keller

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29. März 2020

(Gastbeitrag von Dr. Max Hänggi)

Ein erster Gedanke gilt dem Thema Quarantäne

Das topaktuelle Wort kommt vom französischen ‘quarantaine’ und dieses von quarant=40. Quarantäne bedeutet einen Zeitraum um 40 Tage. Die Zahl 40 taucht in der Bibel mehrfach auf: die Sintflut dauerte angeblich 40 Tage bevor neues Leben ausserhalb der Arche wieder möglich wurde; Moses verbrachte 40 Tage auf dem Berg Sinai im Gespräch mit Gott, bevor er dem Volk das göttliche Gesetz brachte; das Volk Israel brauchte 40 Jahre von Aegypten bis Palästina damit alle starben, die in der Sklaverei geboren waren; Jesus verbrachte 40 Tage in der Wüste vor seinem öffentlichen Auftreten. Offenbar bedeuten diese 40 Tage/Jahre eine Zeit spiritueller Einkehr und Reinigung als Vorbereitung für etwas grundsätzlich Neues. In diesem Sinn ist die aktuelle Quarantäne nicht nur eine lästige Einschränkung sondern kann auch eine Chance für eine gründliche Standortbe-stimmung mit Rückblick und Ausblick sein.

Der zweite Gedanke ist ein Gebet
Mir hilft das dem hl. Thomas Morus zugeschriebene Gebet: «Gott gib mir die Kraft, das zu ändern, was ich ändern kann und die Bescheidenheit, das zu akzeptieren, was ich nicht ändern kann sowie die Weisheit, beides voneinander unterscheiden zu können.»

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28. März 2020

(Beitrag von Monika Lauper)

Corona-Litanei

Abgesagt
Haydn, Mozart und Schubert
dirigiert von Marek Janowski
Nicht abgesagt
das Cello im 3. Stock
das Lied der Amsel

Abgesagt
die Lesung des Literaten
Nicht abgesagt
das Lesen
des abendlichen Gedichts

Abgesagt
die Tagung zum 40. Jahrestag
der Ermordung von Bischof Oscar Romero
Nicht abgesagt
die Erinnerung
der Widerstand

Abgesagt
der Traum von den Malediven
Nicht abgesagt
das Träumen von
der neuen Erde
dem neuen Himmel

Abgesagt
der Gottesdienst
Nicht abgesagt
das Flüstern
mit Gott

Abgesagt
der Blumenstrauss
auf dem Küchentisch
Nicht abgesagt
das Blühen und Bersten
das Keimen und Knospen

Abgesagt
die Hochzeit
Nicht abgesagt
die Liebe

Abgesagt
die Abdankung
Nicht abgesagt
die Auferstehung

Autorin Jacueline Keune ist freischaffende Theologin,

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27. März 2020

(Beitrag von Linda Gaeta)

Frühlingserwachen

Noch sitzen mir Frost, Kälte und
dunkle Tage in den Knochen.
Doch was entdecke ich?
Frühling durchbricht das brachliegende Land!
Tief durchatmen.
Die Seele mit Hoffnung füllen.
In Erwartung bleiben.
Sonne erweckt die Erde -
neues Leben bricht hervor.
Auch in mir.

Katja Mahnke

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26. März 2020

(Gastbeitrag von Martina Loechle, Magden)

In dieser schweren Zeit ,wo viele zu Hause alleine sind, möchte ich auf die christlichen Sender Radio Maria und Horeb hinweisen. Sie sind auch über App und Internet erreichbar. Die Sender bringt wunderbare religiöse und spirituelle Beiträge .

So kann man durch die Beiträge mit Gebeten und Gottesdiensten (auch aus dem Vatikan) life an Radio oder sogar Fernsehen teilnehmen. Das Programm ist vielfältig und bietet viele gute Beiträge für jeglicher Lebenssituation an. Mir haben die Sendungen schon viel Mut und Kraft gegeben. Hören Sie einfach mal rein!

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26. März 2020

(Gastbeitrag von Claudia Graf-Hächler, Maisprach)

Drinnen - Draussen

Draussen sein, in der Natur, die wärmende Sonne im Gesicht spüren, das Singen und Zwitschert der Vögel wahrnehmen, das Spiel zwischen Schatten und Licht, von sich selber, von den Bäumen, einer Wolke, eines Vogels, leichtes berühren der Natur in meiner Seele.

Drinnen sein, nicht eingesperrt, nicht alleine, ich lasse die Natur zu mir herein. Das Fenster öffnen, ich spüre die Luft, die Wärme der Sonne, ich höre das Singen und Zwitschern der Vögel, ich sehe Schatten und Licht, von Vögeln, einer Wolke, ich sehe die Natur, wie sie lebt und atmet.

Drinnen oder Draussen, ich öffne mich der Natur, ich lasse sie in mein Herz, in meine Seele, in mein Sein. Ich spüre, ich atme, ich lebe. Allein, und doch nicht allein. Ich bin getragen, werde geführt, im Vertrauen auf die Liebe Gottes, der Schöpfer von allem. Ich bin nicht allein.

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25. März 2020

Der Jesuit und Zen-Meister Niklaus Brantschen zu Corona,

Niklaus Brantschen ist es gewohnt, Grenzen zu überschreiten. Als Jesuit, als Katholik studierte er schon in den 70er Jahren in Japan Zen, seit 1999 ist er Zen-Meister, ein Mann des Geistes. Er sagt, heute religiös zu sein, bedeute interreligiös zu sein, und zwar multilateral. Jetzt sind wir wegen der Corona-Pandemie in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, der Raum im Aussen wird enger. Uns werden plötzlich Grenzen gesetzt.
Wie geht Niklaus Brantschen mit den Beschränkungen um? Mit der Empfehlung, nur für das Nötigste aus dem Haus zu gehen? Welchen begegnet er Sorgen und Ängsten? Und welche Kraft wirkt in der Stille für den Meditationsmeister? Der 82jährige hat Antworten, die weit über die aktuelle Situation weisen.

- rechts auf dieser Seite finden sie den Link zum Gespräch

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24. März 2020

Sei gegenwärtig

Sei gegenwärtig. Nimm wahr, was ist und was vorgeht.
Sei einfach.
Wende dich dem Alltäglichen zu. Dem Kleinen.
Freue dich. Geniesse. Lass dir den Mut nicht nehmen.
Schaue tief in die Natur der Dinge.
Handle, aber tue es aus der Haltung eines Menschen, der nicht handelt.
Handle sanft.
Handle in Übereinstimmung mit der Wirklichkeit.
Handle in Freiheit. Lass los.
Habe Sinn für das Paradoxe.
Denke mit dem Herzen.
Denke weiblich. Denke empfangend.

Aus: Jörg Zink (Hsg): Unter dem grossen Bogen. Kreuz Verag 2001